|
Grundsiegel
Grundsiegel sind - wie der Name sagt - als Grundierung des
Holzes vor der eigentlichen Versiegelung zu verstehen: sie
hellen den vorhandenen Farbton auf und neutralisieren die in den
Hölzern evt. vorhandenen holzspezifischen Stoffe (Exotenhölzer).
Grundsiegel sollen: die Poren des Parketts nach unten schließen
verhindern, daß sich die Holzfarbe verändert, wenn der
Decksiegel aufgetragen wird abgestimmt sein auf die abschließende
Versiegelung
Grundsiegel trocknen wie die anderen Siegel durch Verdunstung
der darin enthaltenen Lösemittel. Auf jeden Fall sollten diese
Grundsiegel nur im System mit dem nachfolgenden Endsiegel oder
System abgestimmt eingesetzt werden. Grundsiegel setzen sich
weiterhin aus Zellulose, Polymerkunststoffen und Füllstoffen
zusammen.
Öl - Kunstharzsiegel
Öl - Kunstharzsiegel für Parkett bestehen aus
trocknenden Ölen
Alkydharzen ( Leinöl u.ä.)
Lösungsmitteln
Die Ölsiegel härten durch den Sauerstoff der Luft, sodaß sich
ein fester, wasserbeständiger und mechanisch widerstandsfähiger
Film bildet. Ölsiegel werden gebrauchsfähig geliefert und sind
darüberhinaus leicht zu verarbeiten. Mit einem Verbrauch von 70
- 100 g/m² ist ( je Arbeitsgang ) zu rechnen. Man erzielt damit
seidenmatte bis glänzende Oberflächen, der natürliche Farbton
des Holzes wird intensiviert, Kontraste werden angehoben.
Hinweis: Für die Trocknung wird Sauerstoff benötigt, also ist
für ausreichende Lüftung zu sorgen. Dies bedingt zwangsläufig
eine Trocknungszeit von mind. einem Tag, abhängig von den
raumklimatischen Bedingungen, zumal erst nach dem Verdunsten
eine chemische Reaktion, die Polymerisation, stattfindet, die
die endgültige Härte herstellt. Es sind also unbedingt die
Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller zu beachten! Ölsiegel
dringen tief in das Holz ein und haben eine rutschhemmende
Wirkung. Aufgetragen werden diese auf Holzpflaster, Dielen, beim
Einsatz auf
Fußbodenheizung.
Polyurethan - Siegel
Polyurethan - Siegel (PUR-Siegel / DD - Siegellacke) gibt es als
einkomponentige oder als zwei - komponentige Systeme. Die
einkomponentigen haben i.d.R. einen höheren Lösemittelanteil.
Die Trocknung der Systeme geschieht durch Abgabe der Lösemittel
an die Luft als erster Schritt, anschließend erfolgt die
chemische Reaktion durch Polyaddition. Achtung: die Härterkomponenten
der zwei - komponentigen Systeme regieren auch mit Wasser - also
der Luftfeuchtigkeit. Vorteile dieser Siegel sind ein
ausgezeichnetes Haftungsvermögen sowie hohe Chemikalienbeständigkeit.
Polyurethansiegel für Parkett werden immer dann eingesetzt,
wenn an die Oberfläche besonders hohe Ansprüche gestellt
werden.
Der Auftrag darf nur auf schubfest geklebtem Material
aufgebracht werden.
PU-Siegel hat folgende Vorzüge:
-
geschlossener, zähelastischer
Film
-
hoher Widerstand
gegen mechanische Einflüsse
-
extrem gute
Haftung
-
kaum Neigung zum
Vergilben
-
Intensivierung der
natürlichen Holzfarbe
-
wasserfest
Polyurethansiegel für Parkett bestehen aus
Polyesterharzen
polymeren Isocyanaten
Lösungsmitteln
Die Lieferung erfolgt entweder als gebrauchsfertiger
Einkomponenen-Lack oder der Lack und ein dazugehöriger Härter
sind getrennt. Mit einem Verbrauch von 100 - 150 g/m² (je
Arbeitsgang) ist zu rechnen.
Säurehärtende Siegel
Säurehärtende Siegel (SH - Siegel) werden i.d.R.
zweikomponentig angeboten, wobei die Härterkomponente eine in Lösungsmitteln
dargebotene Säure darstellt. SH - Siegel besitzen ebenfalls
eine ausgezeichnete Haftung und zusätzlich eine extrem harte
Oberfläche bei einer kurzen Trockenzeit (etwa 3 Stunden).
Sofort nach dem Mischen reagieren die Komponenten in Form einer
Katalyse: Polykondensation. Problematisch ist die Abspaltung
(Abgabe an die Raumluft) von Formaldehyd - auch nach der Erhärtung.
Deshalb werden diese Siegel heute so gut wie gar nicht mehr
eingesetzt.
Wasserlack
Wasserlacke enthalten ebenfalls einen -äußerst geringen-
Anteil an Lösemitteln. Wasserlack für Parkett gewinnt -bedingt
durch die neue TRGS 617- eine wachsende Bedeutung. Wasserlack
ist ein Versiegelungsmittel auf Wasser basierend.
Neben Wasser sind Bestandteile:
Mit einem Verbrauch
von ca 120 g/m² ( je Auftrag ) ist zu rechnen.
Nachversiegeln
Generell liegt der Vorteil von Parkett darin, daß man es bei
Bedarf nachversiegeln kann, bzw. vollflächig mehrfach (bei
Abnutzung) neu versiegeln kann. Eine Nachversiegelung bei
Fertigparkett sollte nur in Absprache mit dem Hersteller bzw.
mit dem Anbieter des Versiegelungssystems durchgeführt werden,
weil die werksseitige Versiegelung z.T. mit Methoden gemacht
wurde, die bei Baustellenbedingungen nicht nachzustellen sind.
Ölen
Bei Ölen wird unterschieden zwischen 1. nichtaushärtenden Ölen
und 2. aushärtenden Ölen. Beide Systeme bilden keine
geschlossene Schicht sondern stellen eine offenporige Imprägnierung
dar. Öl ist durch die nicht gegebene Seitenverleimung auch im
Objektbereich -gerade bei kritischen Hölzern- eine Alternative
zu Versiegelungen. Nichtaushärtende Öle bestehen aus natürlichem
Leinöl oder Holzöl und wirken filmbildend. Pigmente unterstützen
die Farbgebung. Der Schutz gegen Verschmutzung ist gering, sodaß
hier ein abschließendes Wachsen empfohlen wird. Aushärtende Öle
enthalten zusätzlich Kunstharze. Die deshalb notwendigen Lösemittel
zur Viskositätseinstellung dienen einerseits der Optimierung
der
Verarbeitungskonsistenz, andererseits helfen Sie beim
Trocknungsprozeß.
Öl-Wachs-Systeme
Als schichtbildende Systeme geltend, wird auch hier zwischen
zwei Systemen unterschieden:
Hartwachsöl als Kombination aus Öl (Leinöl, Holzöl u.a.) und
Wachs (Bienenwachs u.a.) und Lösemitteln.
Getrennter Auftrag: erst Hartöl, dann Nachgang mit Wachs.
Das Öl dringt seinerseits tief in die Poren des Holzes ein,
Wachs bleibt auf der Oberfläche und wirkt dort schmutzabweisend
und wasserabweisend, wobei es noch rutschhemmend ist.
Wachse
Wachse sind von Hause aus in fester Form. Zur Verarbeitung
werden Sie entweder erhitzt oder Sie sind in Lösemitteln glöst.
Wachs wirkt wasserabstoßend schützt vor Verschmutzung und vor
Abrieb. Man unterscheidet hier zwischen Kaltwachsen und
Warmwachsen.
Kaltwachsen: Wie der Name schon sagt wird der Wachs nach der
Verlegung kalt aufgetragen. Er wird maschinell oder per Hand
aufgetragen. Bei dem manuellen Wachsen wird der Kaltwachs mit
Hilfe eines Lappens oder eines Schwammes auf den Boden
aufgetragen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, daß der
Wachs so sparsam aufgetragen wird, daß der Boden zwar
vollkommen bedeckt ist, aber kein Schmierfilm zurückbleibt. Der
Wachs wird mit einer kreisenden Bewegung aufgetragen, damit er
gleichmäßig behandelt wird. Die Fußbodenoberfläche muß eine
gewisse Wärme aufweisen, damit der Wachs nicht
auskristallisiert.
Warmwachsen: Beim Warmwachsen, als auch beim Kaltwachsen wird
das gleiche Produkt verwendet. Der Wachs wird auf maximal 80°C
erhitzt und maschinell aufgetragen. Der Wachs sollte die ganze
Behandlung über die Temperatur beibehalten. Es ist darauf zu
achten, daß die Temperatur max. die beschriebene Gradzahl
beibehält, da es sonst zu einem Brand kommen könnte. Nach dem
Auftrag wird die Oberfläche nachpoliert. Warmwachs dringt
besser als Kaltwachs in die Poren des Bodenbelags ein und bietet
so eine gute Versiegelung.
|